Geist und Sinne beherrschen
2.1 Selbstbeherrschung Freisein von Habsucht
2.2 Darbringung von Opfern Freundlichkeit
2.3 Entsagung Bescheidenheit
GATSU (sich mit dem Höchsten verbinden) bezeichnet die traditionelle Schulung der geistigen Konzentration in Indien. Sie geht davon aus, dass diese Konzentration durch die zugrundeliegenden Asymmetrien in der Anlage der Sinnesorgane des Körpers permanent gestört wird. Der Mensch verbraucht zuviel Energie für den Ausgleich. Durch Wiederherstellung der Symmetrie des Körpers in jedem Bereich oder Feld will sie den Menschen von der Last dieses Ausgleich-Verfahrens befreien, um ihn zur Erfahrung seiner selbst führen.
Beim Betrachten der Sinnesobjekte entwickelt der Mensch Anhaftung an sie, aus solcher Anhaftung entwickelt sich Lust, und aus Lust geht Zorn hervor (Bhagavad - Gita Kp.2 V.62)
Im Mittelalter entstand durch den indischen Yoga-Theoretiker Goraksanatha und seine Schule eine Verfeinerung der körperbezogenen Praktiken. Um den Begriff „Yoga” vor dem Mißbrauch durch Scharlatane zu schützen, nannten einige Schulen ihre Konzentrationsschulung Hatha-Yoga (Hatha = Gewalt). Damit sollte angedeutet werden, dass gewaltige Anstregungen nötig sind, wenn man ein „innerer Yogi/Yogini” der Konzentration werden will. Wer die Endstufe erreicht, ist Raja (sprich: radscha = König).
Diejenigen, die an Selbstverwirklichung durch Meisterung von Geist und Sinnen interessiert sind bringen sowohl die Funktionen all ihrer Sinne wie auch ihre Lebensluft (Atem) als Opfergaben im Feuer des beherrschten Geistes dar.Es gibt andere, die - erleuchtet durch das Opfer ihrer materiellen Besitztümer in schwerer tapasya - strenge Gelübde auf sich nehmen und den Yoga der achtfachen Mystik praktizieren,und wieder andere studieren die Veden, um im transzendentalen Wissen Fortschritt zu machen. Und es gibt sogar noch andere, die dazu neigen, den Vorgang der Atemneherrschung zu praktizieren, um in Trance zu bleiben. Sie üben sich darin, den ausströmenden Atem im einströmenden und den einströmenden Atem im ausströmenden anzuhalten, und bleiben so letztlich in Trance, indem sie alles Atmen einstellen. Einige von ihnen bringen, indem sie das Essen einschränken, den ausströmenden Atem sich selbst als Opfer dar.
(Bhagavad - Gita Kp.4 V.27 - 29)
Die unterschiedlichen Methoden verschiedener Yogawege, die zur Reise ins Innere führen, wurden von Yogameistern über die Jahrtausende weitergegeben und werden heute in zeitgemäßen Formen fortgeführt. Die Bedeutung des Yoga für den Menschen heute liegt in der Möglichkeit, durch Übungen Klarheit und Stabilität zu gewinnen. Meditation, Kontemplation und Konzentration auf den Atem lassen innere Ruhe und Entspannung entstehen. Yoga bedeutet eins zu sein mit der Natur und dem Kosmos. Sich strecken, zum Himmel dehnen, die Seele öffnen, innerlich wachsen.
Wer den sinnlosen Lebensmüll - der aufdruktuierten Sugestionen der Gesellschaft abstreifen will, kann mit Ausweg108 das nötige Handwerkszeug erlernen.