Die drei Teile der Bhagavad Gita

 

Die Bhagavad Gita selbst besteht aus 701 Sanskritversen, die in 18 Kapitel aufgeteilt sind.

 

Klassischerweise lässt sich die Bhagavad Gita in drei größere Teile einteilen:

  • Teil 1 umfasst die Kapitel 1 bis 6 und behandelt überwiegend den Weg des Karma Yogas

  • Teil 2 umfasst die Kapitel 7 bis 12 und behandelt überwiegend den Weg des Bhakti Yogas

  • Teil 3 umfasst die Kapitel 13-18 und behandelt überwiegend den Weg des Jnana Yogas.

 

 

Quintessenz der Bhagavad Gita Entscheidungskriterien

 

Prüfe, was sattwig, rajasig und tamasig ist und verhalte dich so sattwig wie möglich.

Prüfe, was ethisch korrekt ist und was nicht (daiva/asura), und verhalte dich so ethisch korrekt wie irgend möglich.

 

Überlege, was und wie ist die Situation, was erfordert sie, was steht als Aufgabe an, was liegt als Karma in der Situation und handle so, wie du es für deine Pflicht (Dharma) hältst, unter Berücksichtigung der sattwigen und ethischen Gesichtspunkte.

 

Schaue, welche deiner eigenen Talente (Prakriti, Svabhava) kannst du dabei besonders einbringen. Jeder Mensch hat andere Fähigkeiten oder eine andere Weise zu leben und an Dinge heranzugehen. Folge in der Weise, wie du an eine Situation herangehst, deiner Prakriti, deiner natürlichen Veranlagung. Jemand mit einem sehr kreativen Geist wird die gleiche Situation vermutlich anders angehen als jemand, der sehr systematisch und strukturiert vorgeht. Beide können, wenn sie sattwige und ethische Kriterien vorher abwägen und sich der Pflicht gemäß verhalten, auf ihre Weise die Situation gut lösen und Gutes bewirken.

 

Wenn wir all das beachten – wissen wir dann, was wir zu tun haben? Manchmal ja und manchmal nein. So bleibt auch der Schluss der Bhagavad Gita offen. Krsna entlässt Arjuna in die Freiheit des Handelns:

„So, und jetzt, nachdem du dies alles weißt und abwägst, tue, was du willst und für richtig erachtest.. Bringe dabei alles mir dar, dann begehst du keine Sünde, kannst letztlich nichts falsch machen.“ Das ist, so meine ich, etwas sehr Tröstliches, gerade in einer Zeit, wo alles immer komplexer wird, wo wir ständig Entscheidungen treffen müssen und es nicht mehr möglich ist, alle Gesichtspunkte immer zu berücksichtigen und eine wirklich eindeutig „richtige“ Entscheidung zu treffen. Wir nutzen unsere Unterscheidungsfähigkeit, wägen nach den obigen Kriterien ab, beten, spüren hinein, folgen unserer Grundveranlagung und Intuition, tun das, was uns in der Situation am Korrektesten und Angemessensten erscheint und bringen dann alles Gott dar. So können wir nichts falsch machen, selbst wenn wir ihr noch unsicher seid.

 

Arjuna nimmt die Waffen an, es gibt ein furchtbares Gemetzel und sehr viele Menschen Inkarnieren aufs neue dabei.

 

Die Grundprinzipien der Bhagavad Gita sind – übersetzt in unsere heutige Sprache und Welt – zeitlos und allgemein gültig. Sie können uns in jeder Situation bei jeder Entscheidung weiter helfen. Sie helfen, Dinge auf gute Weise zu tun, auf eine Weise zu tun, die uns in Übereinstimmung mit dem kosmischen Dharma, der kosmischen Ordnung, handeln lässt. So zu handeln, dass wir immer weiter unser Herz öffnen, Liebe zu den Menschen, allen Geschöpfen und Gott spüren können, dass wir unser Bewusstsein erweitern und schließlich die Essenz der Lehre der Bhagavad Gita verwirklichen können.

 

„Das Selbst ist ewig, all-durchdringend, fest, unverrückbar. Ohne Anfang und Ende“